Altersvorsorge-Rechner
Sparplan für die Altersvorsorge berechnen: Endkapital mit Zinseszins, Entnahmephase und Rentenlücke schließen. ETF, Riester, Rürup im Vergleich.
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📈 Hinweis: Vereinfachte Berechnung. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Erträge. ETF-Sparplan: ~7% langfristig (MSCI World), aber mit Schwankungen. Keine Berücksichtigung von Steuern, Gebühren oder Inflation der Rendite. Sprechen Sie mit einem Finanzberater.
Altersvorsorge — Systematischer Vermögensaufbau für die Rente
Die deutsche Altersvorsorge basiert auf dem Drei-Säulen-System: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Vorsorge. Das aktuelle Rentenniveau liegt bei etwa 48% des durchschnittlichen Nettoeinkommens, weshalb private Vorsorge essentiell ist. Die demografische Entwicklung – weniger Beitragszahler, mehr Rentner – verstärkt die Rentenlücke kontinuierlich.
Das Drei-Säulen-System der Altersvorsorge
1. Säule: Gesetzliche Rente (§ 1 SGB VI)
Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert nach dem Umlageverfahren. Aktuelle Beitragszahler finanzieren heutige Rentner. Der Beitragssatz beträgt 18,6% des Bruttoeinkommens (2024), aufgeteilt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Standardrente nach 45 Beitragsjahren liegt bei etwa 1.400 Euro monatlich.
2. Säule: Betriebliche Altersvorsorge (§ 1 BetrAVG)
Seit 2002 haben alle Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze (2024: 7.550 Euro monatlich) können steuerfrei eingezahlt werden. Seit 2019 ist der Arbeitgeber verpflichtet, 15% Zuschuss zu zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherung spart.
3. Säule: Private Vorsorge
Diese umfasst geförderte (Riester, Rürup) und ungeförderte Vorsorge (ETF-Sparpläne, Immobilien, etc.). Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich erheblich und beeinflusst die Nettorendite maßgeblich.
Mathematik der Altersvorsorge: Zinseszinseffekt
Der Zinseszinseffekt ist die mächtigste Kraft beim Vermögensaufbau. Die Formel lautet: Endwert = Anfangswert × (1 + Zinssatz)^Jahre. Bei monatlichen Sparplänen wird komplexer kalkuliert:
Endkapital = Monatsrate × (((1 + r)^n - 1) / r)
Wobei r = Monatszinssatz und n = Anzahl Monate
Beispielrechnung: 300 Euro monatlich, 30 Jahre, 7% Jahresrendite:
- Eingezahlt: 108.000 Euro
- Endkapital: 736.584 Euro
- Zinserträge: 628.584 Euro (83% des Endkapitals!)
Riester-Rente nach § 10a EStG
Die Riester-Förderung kombiniert Zulagen und Sonderausgabenabzug. Zulagen 2024:
- Grundzulage: 175 Euro jährlich
- Kinderzulage: 300 Euro (ab 2008 geboren), 185 Euro (davor)
- Berufseinsteigerbonus: 200 Euro extra (bis 25 Jahre)
Für die volle Zulage müssen 4% des Vorjahres-Bruttos (mindestens 60 Euro) eingezahlt werden. Die Zulagen reduzieren den Mindesteigenbeitrag. Problem: Hohe Kosten (oft 2-3% jährlich) und nachgelagerte Besteuerung in der Rente.
Rürup-Rente nach § 10 Abs. 1 Nr. 2b EStG
Besonders für Selbstständige und Gutverdiener attraktiv. Vorteile: Steuerliche Absetzbarkeit von 102.000 Euro (2024, Alleinstehende) bzw. 204.000 Euro (Verheiratete). Der absetzbare Anteil steigt jährlich (2024: 100%). Nachteile: Keine Kapitalauszahlung möglich, nur lebenslange Rente, Hartz IV-relevant.
ETF-Sparpläne: Die flexible Alternative
Exchange Traded Funds (ETFs) bieten kostengünstige Diversifikation. Ein MSCI World ETF investiert in über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Historische Performance: 7-8% jährlich über 30+ Jahre. Kosten: 0,1-0,5% Total Expense Ratio (TER).
Steuerliche Behandlung: Seit 2018 gilt die Teilfreistellung (30% steuerfrei bei Aktienfonds) und die Vorabpauschale auf nicht ausgeschüttete Erträge. Dennoch bleibt die Nettorendite oft höher als bei geförderten Produkten.
Die 4%-Regel (Trinity Study)
Die Trinity-Studie untersuchte historische Portfolios und fand: Bei 4% jährlicher Entnahme überstand ein 50/50 Aktien/Anleihen-Portfolio in 95% der 30-Jahres-Perioden. Umkehrschluss: Für 1.000 Euro monatliche Entnahme benötigen Sie 300.000 Euro Kapital (1.000 × 12 ÷ 0,04).
Inflationsschutz und Kaufkrafterhalt
Bei 2% jährlicher Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 35 Jahren. 1.000 Euro heute entsprechen dann nur noch 500 Euro Kaufkraft. Deshalb ist eine reale Rendite (nominal minus Inflation) entscheidend. Aktien-ETFs bieten langfristig den besten Inflationsschutz, da Unternehmen ihre Preise anpassen können.
Strategische Empfehlungen nach Alter
20-30 Jahre: 80-100% Aktien-ETFs, maximaler Zinseszinseffekt nutzen
30-45 Jahre: 70-80% Aktien, erste Risikoreduzierung
45-60 Jahre: 50-70% Aktien, schrittweise Portfolioumschichtung
Ab 60 Jahre: 30-50% Aktien, Kapitalerhalt prioritären