Altersvorsorge-Rechner

Sparplan für die Altersvorsorge berechnen: Endkapital mit Zinseszins, Entnahmephase und Rentenlücke schließen. ETF, Riester, Rürup im Vergleich.

Endkapital nach 32 Jahren
428.523 €
Kaufkraft heute: 227.389 € · Zinsanteil: 73.1%
115.200 €
Eingezahlt
313.323 €
Zinsen
2.032,11 €
Entnahme/Monat
1.078,31 €
Real (heute)

👤 Persönlich

📈 Sparplan

📊 Zusammensetzung

Einzahlungen
Zinsen (73.1%)

🎯 Rentenlücke schließen

Benötigtes Kapital105.438 €
Benötigte Sparrate73,82 €/Monat

📈 Hinweis: Vereinfachte Berechnung. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Erträge. ETF-Sparplan: ~7% langfristig (MSCI World), aber mit Schwankungen. Keine Berücksichtigung von Steuern, Gebühren oder Inflation der Rendite. Sprechen Sie mit einem Finanzberater.

Altersvorsorge — Systematischer Vermögensaufbau für die Rente

Die deutsche Altersvorsorge basiert auf dem Drei-Säulen-System: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Vorsorge. Das aktuelle Rentenniveau liegt bei etwa 48% des durchschnittlichen Nettoeinkommens, weshalb private Vorsorge essentiell ist. Die demografische Entwicklung – weniger Beitragszahler, mehr Rentner – verstärkt die Rentenlücke kontinuierlich.

Das Drei-Säulen-System der Altersvorsorge

1. Säule: Gesetzliche Rente (§ 1 SGB VI)

Die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert nach dem Umlageverfahren. Aktuelle Beitragszahler finanzieren heutige Rentner. Der Beitragssatz beträgt 18,6% des Bruttoeinkommens (2024), aufgeteilt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Standardrente nach 45 Beitragsjahren liegt bei etwa 1.400 Euro monatlich.

2. Säule: Betriebliche Altersvorsorge (§ 1 BetrAVG)

Seit 2002 haben alle Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze (2024: 7.550 Euro monatlich) können steuerfrei eingezahlt werden. Seit 2019 ist der Arbeitgeber verpflichtet, 15% Zuschuss zu zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherung spart.

3. Säule: Private Vorsorge

Diese umfasst geförderte (Riester, Rürup) und ungeförderte Vorsorge (ETF-Sparpläne, Immobilien, etc.). Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich erheblich und beeinflusst die Nettorendite maßgeblich.

Mathematik der Altersvorsorge: Zinseszinseffekt

Der Zinseszinseffekt ist die mächtigste Kraft beim Vermögensaufbau. Die Formel lautet: Endwert = Anfangswert × (1 + Zinssatz)^Jahre. Bei monatlichen Sparplänen wird komplexer kalkuliert:

Endkapital = Monatsrate × (((1 + r)^n - 1) / r)

Wobei r = Monatszinssatz und n = Anzahl Monate

Beispielrechnung: 300 Euro monatlich, 30 Jahre, 7% Jahresrendite:

  • Eingezahlt: 108.000 Euro
  • Endkapital: 736.584 Euro
  • Zinserträge: 628.584 Euro (83% des Endkapitals!)

Riester-Rente nach § 10a EStG

Die Riester-Förderung kombiniert Zulagen und Sonderausgabenabzug. Zulagen 2024:

  • Grundzulage: 175 Euro jährlich
  • Kinderzulage: 300 Euro (ab 2008 geboren), 185 Euro (davor)
  • Berufseinsteigerbonus: 200 Euro extra (bis 25 Jahre)

Für die volle Zulage müssen 4% des Vorjahres-Bruttos (mindestens 60 Euro) eingezahlt werden. Die Zulagen reduzieren den Mindesteigenbeitrag. Problem: Hohe Kosten (oft 2-3% jährlich) und nachgelagerte Besteuerung in der Rente.

Rürup-Rente nach § 10 Abs. 1 Nr. 2b EStG

Besonders für Selbstständige und Gutverdiener attraktiv. Vorteile: Steuerliche Absetzbarkeit von 102.000 Euro (2024, Alleinstehende) bzw. 204.000 Euro (Verheiratete). Der absetzbare Anteil steigt jährlich (2024: 100%). Nachteile: Keine Kapitalauszahlung möglich, nur lebenslange Rente, Hartz IV-relevant.

ETF-Sparpläne: Die flexible Alternative

Exchange Traded Funds (ETFs) bieten kostengünstige Diversifikation. Ein MSCI World ETF investiert in über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Historische Performance: 7-8% jährlich über 30+ Jahre. Kosten: 0,1-0,5% Total Expense Ratio (TER).

Steuerliche Behandlung: Seit 2018 gilt die Teilfreistellung (30% steuerfrei bei Aktienfonds) und die Vorabpauschale auf nicht ausgeschüttete Erträge. Dennoch bleibt die Nettorendite oft höher als bei geförderten Produkten.

Die 4%-Regel (Trinity Study)

Die Trinity-Studie untersuchte historische Portfolios und fand: Bei 4% jährlicher Entnahme überstand ein 50/50 Aktien/Anleihen-Portfolio in 95% der 30-Jahres-Perioden. Umkehrschluss: Für 1.000 Euro monatliche Entnahme benötigen Sie 300.000 Euro Kapital (1.000 × 12 ÷ 0,04).

Inflationsschutz und Kaufkrafterhalt

Bei 2% jährlicher Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 35 Jahren. 1.000 Euro heute entsprechen dann nur noch 500 Euro Kaufkraft. Deshalb ist eine reale Rendite (nominal minus Inflation) entscheidend. Aktien-ETFs bieten langfristig den besten Inflationsschutz, da Unternehmen ihre Preise anpassen können.

Strategische Empfehlungen nach Alter

20-30 Jahre: 80-100% Aktien-ETFs, maximaler Zinseszinseffekt nutzen

30-45 Jahre: 70-80% Aktien, erste Risikoreduzierung

45-60 Jahre: 50-70% Aktien, schrittweise Portfolioumschichtung

Ab 60 Jahre: 30-50% Aktien, Kapitalerhalt prioritären