🔊 Dezibel-Rechner
dB addieren, Entfernungsdämpfung, Expositionszeit, Lautstärke-Skala & Schallschutz — alles im Browser.
Wenn zwei Schallquellen gleichzeitig auftreten, addieren sich die Energien logarithmisch. Zwei gleich laute Quellen ergeben zusammen +3 dB.
Lautstärke und Dezibel verstehen
Der Dezibel-Rechner rechnet zwischen verschiedenen Lautstärkeeinheiten um, addiert Schallpegel korrekt (logarithmisch, nicht linear) und ordnet Dezibel-Werte alltagstauglichen Beispielen zu. Die Dezibel-Skala (dB) ist eine logarithmische Maßeinheit, die das Verhältnis einer Messgröße zu einem Referenzwert beschreibt. Bei Schallpegeln ist der Referenzwert die Hörschwelle des menschlichen Ohrs (20 Mikropascal). Das Besondere an der logarithmischen Skala: Eine Erhöhung um 10 dB entspricht einer Verdoppelung der wahrgenommenen Lautstärke, aber einer Verzehnfachung der Schallenergie. Eine Erhöhung um 3 dB bedeutet eine Verdoppelung der Schallleistung.
Die Formel für den Schalldruckpegel lautet: L = 20 × log₁₀(p / p₀), wobei p der gemessene Schalldruck und p₀ der Referenzschalldruck (20 µPa) ist. Bei der Addition zweier gleich lauter Schallquellen erhöht sich der Pegel um nur 3 dB — zwei Lautsprecher mit je 80 dB ergeben zusammen 83 dB, nicht 160 dB. Diese Nicht-Linearität macht den Umgang mit Dezibel-Werten ohne Rechenhilfe schwierig.
Dezibel-Skala — typische Werte im Alltag
- 0 dB: Hörschwelle — die leiseste wahrnehmbare Lautstärke für gesunde junge Ohren
- 10–20 dB: Blätterrascheln, ruhiges Atmen, Schneefall — kaum wahrnehmbar
- 30–40 dB: Flüstern (30 dB), ruhige Bibliothek (40 dB), leises Wohngebiet nachts
- 50–60 dB: Normales Gespräch (55 dB), Bürolärm (60 dB), leiser Fernseher — mäßig laut
- 70–80 dB: Staubsauger (70 dB), Straßenverkehr (75 dB), Rasenmäher (80 dB) — laut, auf Dauer anstrengend
- 85–100 dB: Motorsäge (85 dB), Disco/Club (95 dB), Motorrad (100 dB) — ab 85 dB ist Gehörschutz empfohlen
- 110–130 dB: Rockkonzert (110 dB), Presslufthammer (120 dB), Schmerzgrenze bei ca. 120–130 dB
- 140+ dB: Düsenflugzeug beim Start (140 dB), Schusswaffe (160 dB) — sofortige Gehörschädigung möglich
Lärmschutz am Arbeitsplatz
Der Arbeitsschutz bei Lärmbelastung ist in der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) geregelt, die die EU-Richtlinie 2003/10/EG in deutsches Recht umsetzt. Die Verordnung definiert drei Schwellenwerte:
- Unterer Auslösewert (80 dB(A)): Der Arbeitgeber muss Gehörschutz bereitstellen und über Risiken informieren
- Oberer Auslösewert (85 dB(A)): Das Tragen von Gehörschutz ist Pflicht, Lärmbereiche müssen gekennzeichnet werden
- Expositionsgrenzwert (87 dB(A)): Unter Berücksichtigung des Gehörschutzes darf dieser Wert nicht überschritten werden
Dauerhafter Lärm über 85 dB kann zu irreversiblem Hörverlust (Lärmschwerhörigkeit) führen — eine der häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland. Besonders gefährdet sind Beschäftigte in der Bauindustrie, Metallverarbeitung, Gastronomie (Küche) und der Musikbranche. Im Homeoffice sind typische Lärmquellen Straßenverkehr (60–80 dB), Nachbarn (40–60 dB) und Bauarbeiten — Kopfhörer mit Active Noise Cancellation (ANC) können die wahrgenommene Lautstärke um 20–30 dB reduzieren.
Bewertungsfilter dB(A)
Der Zusatz (A) bei dB(A) bezeichnet den A-Bewertungsfilter, der die frequenzabhängige Empfindlichkeit des menschlichen Ohrs berücksichtigt. Tiefe Frequenzen unter 500 Hz und sehr hohe Frequenzen über 6.000 Hz werden vom Ohr schwächer wahrgenommen als Frequenzen im Bereich von 1.000–4.000 Hz (Sprachbereich). Der A-Filter gewichtet die Frequenzen entsprechend und liefert einen Messwert, der der subjektiven Lautheit besser entspricht als der ungewichtete Schalldruckpegel. Fast alle gesetzlichen Grenzwerte und Normen beziehen sich auf dB(A).
Häufige Fragen
Was passiert, wenn zwei gleich laute Schallquellen zusammenwirken?
Zwei identische Schallquellen erzeugen zusammen einen um 3 dB höheren Pegel. Beispiel: 80 dB + 80 dB = 83 dB. Das liegt daran, dass sich die Schallenergie verdoppelt, was logarithmisch etwa 3 dB entspricht. 10 identische Quellen ergeben +10 dB.
Wie laut sind 85 dB und warum ist das der Grenzwert?
85 dB entspricht etwa einem Staubsauger aus nächster Nähe oder starkem Straßenverkehr. Nach NIOSH (USA) und EU-Richtlinie 2003/10/EG ist dies der Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h), ab dem bei 8 Stunden täglicher Exposition dauerhafte Gehörschäden entstehen können. Arbeitgeber müssen ab diesem Wert Gehörschutz bereitstellen.
Wie nimmt der Schallpegel mit der Entfernung ab?
Im Freifeld nimmt der Schallpegel einer Punktquelle um ca. 6 dB pro Verdoppelung der Entfernung ab. Formel: L₂ = L₁ − 20 × log₁₀(d₂/d₁). Bei 90 dB in 1 m Abstand herrschen in 2 m noch ~84 dB, in 4 m ~78 dB, in 10 m ~70 dB. In geschlossenen Räumen ist die Abnahme geringer wegen Reflexionen.
Wie lange darf man Lärm bei verschiedenen Pegeln ausgesetzt sein?
Nach NIOSH (3-dB-Austauschrate): 85 dB = 8 Stunden, 88 dB = 4 Stunden, 91 dB = 2 Stunden, 94 dB = 1 Stunde, 97 dB = 30 Minuten, 100 dB = 15 Minuten, 103 dB = 7,5 Minuten. Pro 3 dB Erhöhung halbiert sich die sichere Expositionszeit. Bei einem Rockkonzert (110 dB) bleiben nur ca. 1,5 Minuten!
Was ist der Unterschied zwischen dB und dB(A)?
dB misst den reinen physikalischen Schalldruckpegel. dB(A) berücksichtigt die frequenzabhängige Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs (A-Bewertung). Unser Ohr hört Frequenzen zwischen 1 und 4 kHz am besten. Tiefe Töne werden leiser wahrgenommen als gemessen. Lärmmessungen im Arbeitsschutz verwenden immer dB(A).
Welche Schalldämmung hat ein normales Fenster?
Einfachverglasung dämmt ca. 25 dB, Standard-Doppelverglasung 30–35 dB, und Schallschutzfenster der Klasse 4–5 erreichen 40–45 dB. Eine leichte Rigips-Wand dämmt ca. 35 dB, eine massive Betonwand 50–55 dB. Ohrstöpsel bieten 25–33 dB, Kapselgehörschutz 25–35 dB.
Wie berechnet man Dezibel?
dB-Addition: L = 10 × log₁₀(10^(L₁/10) + 10^(L₂/10)). Entfernungsdämpfung: L₂ = L₁ − 20 × log₁₀(d₂/d₁). Schalldruck aus dB: p = 20 µPa × 10^(dB/20). Die Dezibel-Skala ist logarithmisch: +10 dB bedeutet eine Verzehnfachung der Schallenergie, +3 dB eine Verdoppelung.