Grundbuch-Kosten-Rechner

Berechnen Sie alle Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb: Grunderwerbsteuer, Notarkosten (GNotKG), Grundbuchgebühren und Maklerprovision — mit Bundesland-Vergleich und detaillierter Gebührenaufschlüsselung.

📋 Angaben

💰 Ergebnis

Kaufpreis350.000,00 €
Grunderwerbsteuer
3.5% von 350.000,00 €12.250,00 €
Notarkosten
Beurkundung (2,0-fach)1.530,00 €
Vollzugstätigkeit (0,5-fach)382,50 €
Betreuungstätigkeit (0,5-fach)382,50 €
Grundschuld-Beurkundung (1,0-fach)645,00 €
Grundschuld-Vollzug (0,5-fach)322,50 €
Netto3.262,50 €
+ 19% MwSt619,88 €
Notar gesamt (brutto)3.882,38 €
Grundbuchamt
Eigentümerwechsel (1,0-fach)765,00 €
Grundschuld-Eintragung (1,0-fach)645,00 €
Grundbuch gesamt1.410,00 €
Makler
3.57% Provision12.495,00 €
Nebenkosten gesamt30.037,38 €
= 8.58% des Kaufpreises
Gesamtkosten380.037,38 €

📊 Kostenverteilung

Grunderwerbsteuer12.250,00 € (40.8%)
Notarkosten3.882,38 € (12.9%)
Grundbuch1.410,00 € (4.7%)
Makler12.495,00 € (41.6%)

⚠️ Haftungsausschluss: Dieser Rechner liefert Richtwerte basierend auf dem GNotKG (Tabelle B). Die tatsächlichen Kosten können abweichen, da Notare und Grundbuchämter Spielräume bei Auslagenersatz und Zusatzleistungen haben. Maßgeblich ist die Kostenrechnung des Notars. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf — alle Kosten im Blick

Beim Immobilienkauf kommen neben dem Kaufpreis erhebliche Nebenkosten hinzu. In Deutschland müssen Käufer mit 7-15% des Kaufpreises an Nebenkosten rechnen. Diese setzen sich aus vier Hauptposten zusammen: Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Grundbuchgebühren und gegebenenfalls Maklerprovision. Eine sorgfältige Kalkulation ist essentiell, denn diese Kosten müssen in der Regel aus Eigenkapital finanziert werden — Banken finanzieren typischerweise nur den Kaufpreis selbst.

Die vier Kostenblöcke

  • Grunderwerbsteuer (3,5-6,5%): Der mit Abstand größte Posten. Die Höhe hängt vom Bundesland ab: Bayern ist mit 3,5% am günstigsten, Brandenburg, NRW, Saarland und Schleswig-Holstein mit 6,5% am teuersten. Bei 350.000 € Kaufpreis bedeutet das einen Unterschied von 10.500 €!
  • Notarkosten (ca. 1,5-2%): Gesetzlich im GNotKG geregelt und nicht verhandelbar. Umfasst Beurkundung des Kaufvertrags, Vollzug (Genehmigungen, Löschungsbewilligungen), Betreuung und bei Finanzierung die Grundschuldbestellung. Zzgl. 19% MwSt.
  • Grundbuchgebühren (ca. 0,5%): Für die Eintragung des neuen Eigentümers und der Grundschuld. Ebenfalls nach GNotKG Tabelle B berechnet.
  • Maklerprovision (0-7,14%): Seit 2020 wird die Provision bei Wohnimmobilien hälftig geteilt. Üblich: je 3,57% inkl. MwSt für Käufer und Verkäufer. Bei Privatkäufen ohne Makler entfällt dieser Posten komplett.

GNotKG Tabelle B — Gebührenberechnung

Alle Notar- und Grundbuchgebühren basieren auf der „einfachen Gebühr" nach Tabelle B des GNotKG. Diese richtet sich nach dem Geschäftswert (= Kaufpreis bzw. Grundschuldbetrag). Je nach Tätigkeit wird ein Vielfaches dieser Gebühr berechnet: 2,0-fach für die Beurkundung, 1,0-fach für Grundbucheintragungen, 0,5-fach für Vollzugs- und Betreuungstätigkeiten. Die Gebühren sind gesetzlich festgelegt — Notare dürfen weder mehr noch weniger berechnen.

Spartipps bei den Kaufnebenkosten

  • Inventar separat ausweisen: Wenn Küche, Möbel oder eine Sauna im Kaufpreis enthalten sind, weisen Sie diese separat im Vertrag aus. Auf Inventar fällt keine Grunderwerbsteuer an. Realistisch: bis zu 10% des Kaufpreises.
  • Instandhaltungsrücklage bei ETW: Die Instandhaltungsrücklage einer Eigentümergemeinschaft ist kein Bestandteil des Grundstückswerts und sollte im Kaufvertrag separat aufgeführt werden.
  • Kein Makler: Kaufen Sie direkt vom Eigentümer, sparen Sie 3-7% Provision. Online-Portale und Aushänge sind gute Quellen.
  • Bundesland beachten: Bei grenznahen Standorten kann ein Umzug ins günstigere Bundesland tausende Euro sparen (Bayern vs. NRW: 3% Unterschied!).

Eigenkapital-Bedarf richtig kalkulieren

Banken erwarten mindestens die Kaufnebenkosten als Eigenkapital — besser 20-30% des Kaufpreises inklusive Nebenkosten. Beispiel: Bei 350.000 € Kaufpreis und 10% Nebenkosten (35.000 €) sollten Sie mindestens 35.000 €, idealerweise 70.000-105.000 € Eigenkapital mitbringen. Je mehr Eigenkapital, desto bessere Konditionen bei der Baufinanzierung.

Häufige Fragen zu Grundbuch- und Notarkosten

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten?

7-15% des Kaufpreises: Grunderwerbsteuer (3,5-6,5%), Notar (1,5-2%), Grundbuch (0,5%), optional Makler (3-7%). Bei 350.000 € in Bayern: ca. 33.000 € ohne Makler.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

Variiert nach Bundesland: Bayern 3,5%, BaWü/Bremen/NDS/RLP/SA-A/Thüringen 5,0%, HH/Sachsen 5,5%, Berlin/Hessen/MV 6,0%, BB/NRW/Saarland/SH 6,5%.

Kann man Notarkosten verhandeln?

Nein. Notargebühren sind im GNotKG gesetzlich festgelegt. Jeder Notar berechnet die gleichen Gebühren für die gleiche Leistung.

Wer zahlt die Maklerprovision?

Seit 2020 hälftig: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision. Üblich je 3,57% inkl. MwSt.

Wie kann man Nebenkosten sparen?

Inventar separat ausweisen (keine GrESt), Instandhaltungsrücklage bei ETW getrennt aufführen, ohne Makler kaufen, Bundesland-Unterschiede nutzen.