Lohnkostenrechner 2024
Brutto → tatsächliche AG-Kosten, Team-Kalkulation.
📋 AG-Anteile im Detail (pro Monat)
📊 Kostenaufteilung
💼 Info: AG zahlt ~23.3% zusätzlich zum Brutto (KV/RV/AV/PV + Umlagen + BG). Ein Mitarbeiter mit 3.500,00€ brutto kostet den AG tatsächlich 4.315,50€/Monat. BG-Sätze variieren nach Branche.
Arbeitgeberkosten richtig kalkulieren
Die tatsächlichen Personalkosten eines Arbeitgebers übersteigen das Bruttogehalt erheblich. Neben dem Grundlohn fallen verschiedene Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen und branchenspezifische Abgaben an. Diese Nebenkosten summieren sich auf 20-22% des Bruttogehalts und müssen bei der Personalkostenplanung unbedingt berücksichtigt werden.
Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers 2024
Die Sozialversicherungsbeiträge sind im Sozialgesetzbuch (SGB IV) geregelt und werden paritätisch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt:
- Krankenversicherung (§ 249 SGB V): 7,3% + hälftiger Zusatzbeitrag (ø 0,8% = 0,4% AG-Anteil)
- Rentenversicherung (§ 168 SGB VI): 18,6% gesamt → 9,3% AG-Anteil
- Arbeitslosenversicherung (§ 341 SGB III): 2,6% gesamt → 1,3% AG-Anteil
- Pflegeversicherung (§ 58 SGB XI): 3,4% gesamt → 1,7% AG-Anteil
Gesamtbelastung Sozialversicherung: 18,7% des Bruttogehalts
Beitragsbemessungsgrenzen 2024
Die Sozialversicherungsbeiträge werden nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen erhoben:
- Kranken- und Pflegeversicherung: 5.175€/Monat (62.100€/Jahr)
- Renten- und Arbeitslosenversicherung West: 7.550€/Monat (90.600€/Jahr)
- Renten- und Arbeitslosenversicherung Ost: 7.450€/Monat (89.400€/Jahr)
Umlageverfahren U1, U2 und U3
Zusätzlich zu den Sozialversicherungsbeiträgen fallen weitere Umlagen an, die nach § 1 AAG (Aufwendungsausgleichsgesetz) erhoben werden:
- U1-Umlage (Entgeltfortzahlung bei Krankheit): 1,0% für Betriebe bis 30 Mitarbeiter
- U2-Umlage (Mutterschaftsgeld): 0,24-0,39% je nach Ausgleichskasse
- U3-Umlage (Insolvenzgeldumlage § 358 SGB III): 0,06% des Bruttolohns
Berufsgenossenschaftsbeitrag
Der Berufsgenossenschaftsbeitrag richtet sich nach § 157 SGB VII und variiert erheblich je nach Gefahrenklasse:
- Bürotätigkeiten: 0,3-0,8% (niedrigste Gefahrenklasse)
- Handwerk/Produktion: 1,2-2,5% je nach Branche
- Baugewerbe: 2,8-4,5% (höchste Gefahrenklasse)
- IT/Beratung: 0,4-0,6% (geringe körperliche Belastung)
Praktische Beispielrechnung
Für einen Angestellten mit 4.000€ Bruttolohn in einem IT-Unternehmen:
- Bruttolohn: 4.000€
- Krankenversicherung (7,7%): 308€
- Rentenversicherung (9,3%): 372€
- Arbeitslosenversicherung (1,3%): 52€
- Pflegeversicherung (1,7%): 68€
- U1-Umlage (1,0%): 40€
- U2-Umlage (0,34%): 14€
- U3-Umlage (0,06%): 2€
- BG-Beitrag (0,5%): 20€
- Gesamtkosten: 4.876€ (22% Aufschlag)
Zusätzliche Personalkosten
Neben den gesetzlichen Abgaben entstehen weitere Kosten:
- Urlaubsgeld (§ 7 BUrlG): Anteilige Lohnfortzahlung bei 30 Urlaubstagen
- Weihnachtsgeld: Tarifliche oder betriebliche Vereinbarung
- Arbeitsplatzkosten: IT-Ausstattung, Büromöbel (ø 200-500€/Monat)
- Fortbildung (§ 96 BetrVG): 1-3% der Lohnkosten für Qualifizierung
- Sozialkosten: Kantine, Jobticket, Betriebsveranstaltungen
Steuerliche Besonderheiten
Die Lohnnebenkosten sind als Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 4 EStG vollständig absetzbar. Bei der Vorsteuerberechnung können Arbeitgeber diese Kosten zur Gewinnminderung nutzen. Wichtig ist auch die Berücksichtigung der Geringfügigkeitsgrenze (520€) nach § 8 SGB IV, da hier reduzierte Abgabensätze gelten: 13% Krankenversicherung, 15% Rentenversicherung, aber keine Arbeitslosen- und Pflegeversicherung für den Arbeitgeber.
Für präzise Personalkostenplanung ist die Berücksichtigung aller Faktoren essentiell – ein vermeintlich günstiger 3.000€-Mitarbeiter kostet real etwa 3.700-3.800€ monatlich.