Wärmepumpen-Rechner
Berechnen Sie Heizlast, Jahresarbeitszahl und Stromverbrauch Ihrer Wärmepumpe, vergleichen Sie die Kosten mit Gas, Öl und Pellets und ermitteln Sie Ihre BEG-Förderung 2024/2025. Alle Berechnungen laufen lokal in Ihrem Browser.
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Wärmepumpe — Wirtschaftlichkeit und Förderung berechnen
Der Wärmepumpen-Rechner vergleicht die Anschaffungs- und Betriebskosten einer Wärmepumpe mit konventionellen Heizsystemen (Gas, Öl, Pellets) und zeigt, ab wann sich die Investition amortisiert. Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und „pumpen" sie auf ein höheres Temperaturniveau — das physikalische Prinzip ist identisch mit einem Kühlschrank, nur umgekehrt. Für jede eingesetzte Kilowattstunde Strom erzeugen sie 3–5 kWh nutzbare Wärme.
Arten von Wärmepumpen im Vergleich
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Nutzt Außenluft als Wärmequelle. Günstigste Installation (15.000–25.000 €, vor Förderung), da keine Erdarbeiten nötig sind. JAZ typischerweise 2,5–3,5, da die Effizienz bei niedrigen Außentemperaturen sinkt. Mit ca. 80 % Marktanteil die beliebteste Variante in Deutschland, auch für Altbauten geeignet.
- Sole-Wasser (Erdwärme): Nutzt die konstante Erdtemperatur (ab 10 m Tiefe ganzjährig 10–12 °C). Höhere Anschaffungskosten durch Erdsonde (Bohrung 50–100 m tief, 20.000–35.000 €) oder Erdkollektor (Fläche = 1,5–2× Wohnfläche). Dafür bessere JAZ von 3,5–4,5, da die Quellentemperatur im Winter nicht einbricht.
- Wasser-Wasser (Grundwasser): Beste Effizienz aller Wärmepumpentypen (JAZ 4–5), da Grundwasser ganzjährig 8–12 °C warm ist. Erfordert Saug- und Schluckbrunnen, wasserrechtliche Genehmigung und ausreichende Grundwasserqualität. Nicht überall möglich.
- Luft-Luft-Wärmepumpe (Klimaanlage): Heizt und kühlt über ein Luftverteilsystem. Günstige Anschaffung (3.000–8.000 €), aber kein Warmwasser, und nur für gut gedämmte Gebäude mit niedrigem Heizbedarf effizient.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) verstehen
Die JAZ ist die entscheidende Effizienzkennzahl einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr erzeugt wird. Die Formel lautet:
JAZ = erzeugte Wärme (kWh) ÷ eingesetzter Strom (kWh)
Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Nicht zu verwechseln mit dem COP (Coefficient of Performance), der nur den Momentanwert unter Testbedingungen angibt. Die JAZ ist praxisnäher und berücksichtigt schwankende Außentemperaturen, Abtauzyklen und Warmwasserbereitung. Für die BEG-Förderung ist eine JAZ von mindestens 2,7 erforderlich.
Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 2025
Die BEG fördert den Einbau von Wärmepumpen über die KfW mit bis zu 70 % der förderfähigen Investitionskosten (kumulierte Boni):
- 30 % Grundförderung: Für alle Wärmepumpen, die die technischen Mindestanforderungen erfüllen.
- +5 % Effizienzbonus: Bei Nutzung natürlicher Kältemittel (Propan R290) oder von Erdwärme/Grundwasser als Quelle.
- +20 % Klimageschwindigkeitsbonus: Bei Austausch einer funktionsfähigen fossilen Heizung (Gas, Öl) bis 2028. Ab 2029 sinkt der Bonus um 3 Prozentpunkte alle 2 Jahre.
- +30 % Einkommensbonus: Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr.
Die maximalen förderfähigen Kosten betragen 30.000 € für die erste Wohneinheit (plus 15.000 € für die zweite bis sechste, plus 8.000 € ab der siebten). Der Antrag wird vor Auftragsvergabe über die KfW gestellt.
Wirtschaftlichkeit: Wann lohnt sich eine Wärmepumpe?
Die Wirtschaftlichkeitsformel lautet: Wärmekosten = Strompreis ÷ JAZ. Bei einem Wärmepumpenstromtarif von 28 Cent/kWh und einer JAZ von 3,5 ergeben sich Wärmekosten von 8,0 Cent/kWh — günstiger als Gas (12–14 Cent/kWh) und deutlich günstiger als Öl (14–16 Cent/kWh). Der Wärmepumpen-Rechner berücksichtigt zusätzlich Anschaffungskosten, Förderung, Wartung und die Lebensdauer (typisch 15–20 Jahre) für eine vollständige Amortisationsrechnung.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe
Was kostet eine Wärmepumpe 2025?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2025 inkl. Installation ca. 15.000–25.000 €. Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme) liegen bei 20.000–35.000 €, Wasser-Wasser-Wärmepumpen bei 25.000–40.000 €. Die Kosten variieren je nach Hersteller, Leistung und Installationsaufwand. Dank der BEG-Förderung von bis zu 70% können die tatsächlichen Nettokosten auf 6.000–15.000 € sinken.
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie effizient eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr arbeitet. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme erzeugt. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen typischerweise eine JAZ von 3,0–4,0, Sole-Wasser 4,0–5,0 und Wasser-Wasser 4,5–5,5. Die JAZ hängt stark von der Vorlauftemperatur ab — je niedriger, desto besser.
Wie berechnet man die Heizlast?
Die vereinfachte Heizlast ergibt sich aus Wohnfläche × spezifische Heizlast pro m². Ein unsanierter Altbau hat ca. 150 W/m², ein saniertes Gebäude ca. 80 W/m² und ein Neubau ca. 40 W/m². Für ein saniertes 150-m²-Haus: 150 × 80 = 12.000 W = 12 kW (plus 15% Sicherheitszuschlag ≈ 13,8 kW). Eine genaue Berechnung nach DIN EN 12831 sollte ein Energieberater durchführen.
Wie hoch ist die BEG-Förderung 2024/2025?
Die BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) besteht aus mehreren Komponenten: Grundförderung 30% für alle Wärmepumpen + Klimageschwindigkeitsbonus 20% beim Austausch einer fossilen Heizung + Einkommensbonus 20% bei Haushaltseinkommen unter 40.000 €. Maximal 70% auf förderfähige Kosten bis 30.000 € pro Wohneinheit. Antrag über die KfW vor Beauftragung stellen!
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe?
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Fußbodenheizung (35°C) ist ideal und ermöglicht die beste JAZ. Standard-Heizkörper benötigen ca. 55°C, wodurch die JAZ um ca. 20% sinkt. Alte Heizkörper mit 70°C Vorlauftemperatur senken die JAZ um ca. 35%. Oft lohnt es sich, Heizkörper zu vergrößern, um die Vorlauftemperatur zu senken.
Wärmepumpe oder Gasheizung — was lohnt sich?
Langfristig ist die Wärmepumpe meist günstiger. Die höheren Anschaffungskosten werden durch die BEG-Förderung (bis 70%) und niedrigere Betriebskosten ausgeglichen. Über 20 Jahre spart eine Wärmepumpe oft 20.000–40.000 € gegenüber Gas. Zudem verlangt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) seit 2024, dass neue Heizungen zu 65% erneuerbare Energien nutzen müssen.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Der Stromverbrauch hängt von Heizlast und JAZ ab. Beispiel: 150 m² saniertes Haus, Heizlast 14 kW, JAZ 3,5: Heizarbeit = 14 kW × 2.000 Volllaststunden = 28.000 kWh, Stromverbrauch = 28.000 / 3,5 ≈ 8.000 kWh/Jahr. Bei 30 ct/kWh Wärmepumpentarif sind das ca. 2.400 €/Jahr. Mit eigener PV-Anlage lassen sich die Kosten weiter senken.
Kann man eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren?
Ja, die Kombination Wärmepumpe + PV-Anlage ist ideal und in Deutschland sehr beliebt. Der selbst erzeugte Solarstrom kann die Wärmepumpe antreiben und die Stromkosten um 30–50% senken. Im Sommer kann die WP tagsüber bei hoher PV-Leistung effizient Warmwasser erzeugen. Ein Batteriespeicher erhöht die Eigenverbrauchsquote zusätzlich.
Wie viel CO₂ spart eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe spart gegenüber einer Gasheizung ca. 50–60% CO₂ ein — selbst mit dem aktuellen deutschen Strommix (ca. 380 g CO₂/kWh). Ein 150-m²-Haus mit Gasheizung verursacht ca. 4,5 t CO₂/Jahr, mit Wärmepumpe nur ca. 2 t CO₂/Jahr. In Kombination mit PV sind Emissionen nahe null möglich.