Flesch-Index-Rechner
Lesbarkeit deutscher Texte prüfen — mit Flesch-Amstad, Wiener Sachtextformel, LIX und SMOG. Sofort und kostenlos.
Lesbarkeit von Texten analysieren
Der Lesbarkeits-Rechner bewertet die Verständlichkeit Ihres Textes mit verschiedenen wissenschaftlichen Indizes — dem Flesch-Reading-Ease (angepasst für Deutsch), dem Flesch-Kincaid Grade Level und dem Wiener Sachtextformel-Index. Er zeigt, für welches Bildungsniveau der Text geeignet ist, und hilft Ihnen, Ihre Texte gezielt für die jeweilige Zielgruppe zu optimieren.
Lesbarkeitsindizes erklärt
Die verschiedenen Indizes beleuchten die Textverständlichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln und liefern zusammen ein umfassendes Bild:
- Flesch-Reading-Ease (deutsch): Skala 0-100, höher = leichter. Die Formel für deutsche Texte lautet: FRE = 180 − ASL − 58,5 × ASW (ASL = durchschnittliche Satzlänge in Wörtern, ASW = durchschnittliche Silbenzahl pro Wort). Werte über 60 gelten als allgemein verständlich, 30-60 für Fachtexte, unter 30 für wissenschaftliche Arbeiten. BILD-Zeitung: ca. 65, Spiegel: ca. 45, juristische Texte: ca. 15.
- Flesch-Kincaid Grade Level: Gibt die US-amerikanische Klassenstufe an, die zum Verständnis nötig ist. Ein Wert von 8 bedeutet, dass der Text für Achtklässler verständlich sein sollte. Umgerechnet auf das deutsche Schulsystem: Stufe 7-8 entspricht etwa der Sekundarstufe I. Für allgemeine Webtexte empfehlen sich Werte zwischen 6 und 10.
- Wiener Sachtextformel (WSTF): Von Richard Bamberger und Erich Vanecek speziell für deutsche Texte entwickelt. Sie berücksichtigt Satzlänge, Wortlänge, den Anteil von Wörtern mit mehr als sechs Buchstaben und den Anteil einsilbiger Wörter. Das Ergebnis entspricht einer Schulstufe (1-15).
- Gunning-Fog-Index: Misst den Anteil „schwieriger Wörter" (drei oder mehr Silben) und die Satzlänge. Der Wert gibt das benötigte Bildungsjahr an. Zeitungen zielen auf einen Fog-Index von 10-12.
Warum Lesbarkeit wichtig ist
Studien zeigen, dass die Verständlichkeit eines Textes direkt mit seiner Wirkung korreliert. Im Web gilt: Nutzer scannen Texte, bevor sie lesen. Wenn die ersten Sätze zu komplex wirken, verlassen bis zu 80 % der Besucher die Seite. Für behördliche Kommunikation ist Verständlichkeit sogar gesetzlich vorgeschrieben — das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die BITV 2.0 verlangen barrierefreie und verständliche Sprache auf öffentlichen Websites.
Tipps für bessere Lesbarkeit
Verwenden Sie kurze Sätze (durchschnittlich 15-20 Wörter), vermeiden Sie Fachjargon ohne Erklärung und nutzen Sie aktive statt passive Formulierungen. „Der Antrag wurde abgelehnt" (passiv) wird zu „Wir haben den Antrag abgelehnt" (aktiv) — kürzer, klarer, persönlicher. Absätze von 3-5 Sätzen und Zwischenüberschriften erleichtern das Scannen am Bildschirm. Gliedern Sie komplexe Informationen in Listen.
Konkrete Optimierungsziele: Ein Lesbarkeitswert über 50 für allgemeine Web-Inhalte, über 60 für Verbrauchertexte und Anleitungen, über 70 für Kindertexte. Für wissenschaftliche Fachtexte sind niedrigere Werte akzeptabel, solange die Zielgruppe die Fachterminologie kennt. Testen Sie Ihre Texte iterativ — schreiben, analysieren, vereinfachen, erneut testen.
Alle Berechnungen erfolgen lokal in Ihrem Browser — Ihr Text wird nicht gespeichert oder an Server übertragen. Auch vertrauliche Texte können bedenkenlos analysiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Flesch-Index für deutsche Texte?
Der Flesch-Index (auch Flesch-Reading-Ease) misst die Lesbarkeit eines Textes anhand der durchschnittlichen Satzlänge und Silbenzahl pro Wort. Für deutsche Texte wird die Amstad-Anpassung verwendet: 180 − 58,5 × (Silben/Wörter) − (Wörter/Sätze). Ein hoher Wert (70–100) bedeutet leicht verständlich, ein niedriger Wert (0–30) sehr schwer.
Wie unterscheidet sich der deutsche Flesch-Index vom englischen?
Die englische Formel (206.835 − 1.015 × ASL − 84.6 × ASW) wurde von Toni Amstad für die deutsche Sprache angepasst. Deutsche Wörter sind im Durchschnitt länger und haben mehr Silben, daher unterscheiden sich die Koeffizienten. Unser Tool verwendet ausschließlich die deutsche Amstad-Formel.
Was ist die Wiener Sachtextformel?
Die Wiener Sachtextformel (WSF) wurde speziell für deutschsprachige Sachtexte entwickelt. Sie berücksichtigt den Anteil langer Wörter, die mittlere Satzlänge, mehrsilbige Wörter und einsilbige Wörter. Das Ergebnis entspricht ungefähr dem Schuljahr, ab dem der Text verständlich ist.
Was ist der LIX-Wert?
LIX (Läsbarhetsindex) ist ein Lesbarkeitsindex, der die durchschnittliche Satzlänge und den Anteil langer Wörter (über 6 Buchstaben) kombiniert. Werte unter 25 gelten als sehr leicht, 25–35 als leicht, 35–45 als mittel, 45–55 als schwer und über 55 als sehr schwer.
Wie werden Silben im Deutschen gezählt?
Die Silbenzählung berücksichtigt deutsche Besonderheiten wie Diphthonge (ei, au, eu, äu), das lange ie, Umlaute (ä, ö, ü) und typische Endungen. Es handelt sich um eine algorithmische Annäherung — bei zusammengesetzten oder Fremdwörtern kann es zu Abweichungen kommen.
Für welche Texte eignet sich die Analyse?
Die Lesbarkeitsanalyse eignet sich für alle deutschen Prosatexte: Blogartikel, Pressetexte, Webtexte, wissenschaftliche Arbeiten, Geschäftsbriefe, Werbetexte und mehr. Für Lyrik, Stichpunktlisten oder sehr kurze Texte sind die Ergebnisse weniger aussagekräftig.
Werden meine Texte gespeichert?
Nein. Die gesamte Analyse läuft ausschließlich in Ihrem Browser (clientseitig). Kein Text wird an einen Server gesendet oder gespeichert. Ihre Daten bleiben vollständig privat.
Welche Satzlänge wird empfohlen?
Für gut lesbare Texte empfehlen wir eine durchschnittliche Satzlänge von 12–18 Wörtern. Sätze mit über 25 Wörtern gelten als zu lang und werden in der Analyse markiert. Variieren Sie die Satzlänge für einen lebendigen Lesefluss.