Textanalyse
Wörter zählen, Zeichen zählen, Lesezeit berechnen und Lesbarkeit prüfen — sofort und kostenlos.
Textanalyse — Lesbarkeit, Stil und Struktur prüfen
Die Textanalyse bewertet die Lesbarkeit, den Wortschatz, die Satzstruktur und den Stil Ihres Textes anhand bewährter linguistischer Kennzahlen. Das Tool berechnet den Flesch-Reading-Ease (angepasst für deutsche Texte nach der Amstad-Formel), die durchschnittliche Satzlänge, die Type-Token-Ratio (lexikalische Vielfalt) und identifiziert häufig verwendete Wörter sowie Füllwörter. Ob für Blogbeiträge, wissenschaftliche Arbeiten, Geschäftskorrespondenz oder Webseitentexte — die Analyse hilft, Texte verständlicher und zielgruppengerecht zu gestalten.
Flesch-Lesbarkeitsindex für Deutsche Texte
Der Flesch-Reading-Ease (FRE) bewertet die Lesbarkeit auf einer Skala von 0 bis 100. Die originale englische Formel wurde von Toni Amstad für die deutsche Sprache adaptiert:
FRE (deutsch) = 180 − ASL × 1,0 − ASW × 58,5
Dabei ist ASL die durchschnittliche Satzlänge (Wörter pro Satz) und ASW die durchschnittliche Silbenzahl pro Wort. Deutsche Texte erzielen systematisch niedrigere Werte als englische, da deutsche Wörter durch Komposita (Zusammensetzungen wie „Krankenversicherungsbeitragsberechnung") im Schnitt mehr Silben haben.
- 80–100: Sehr leicht — Grundschulniveau, Comics, einfache Werbetexte. Beispiel: BILD-Zeitung (~65–75).
- 60–80: Leicht verständlich — Zeitungsartikel, populäre Sachbücher, Ratgeber. Zielwert für die meisten Webseitentexte.
- 40–60: Mittelschwer — Fachtexte, Berufsschulmaterialien, Unternehmensdokumentation.
- 20–40: Schwer — wissenschaftliche Publikationen, gehobene Fachsprache.
- 0–20: Sehr schwer — juristische Texte, Gesetzestexte, Patentschriften, Versicherungsbedingungen.
Weitere Analysekennzahlen
- Satzlänge: Die durchschnittliche Satzlänge sollte für allgemeinverständliche Texte bei 12–18 Wörtern liegen. Sätze über 25 Wörter gelten als schwer erfassbar. Journalistische Empfehlung: maximal 20 Wörter pro Satz.
- Type-Token-Ratio (TTR): Misst die lexikalische Vielfalt — das Verhältnis verschiedener Wörter (Types) zur Gesamtwortzahl (Tokens). Ein hoher Wert zeigt abwechslungsreichen Wortschatz, ein niedriger deutet auf Wortwiederholungen hin.
- Wortlänge: Die durchschnittliche Wortlänge in deutschen Texten liegt bei 5–6 Buchstaben. Texte mit vielen langen Wörtern (8+ Buchstaben) wirken komplex und bürokratisch.
- Füllwörter: Wörter wie „eigentlich", „quasi", „sozusagen", „grundsätzlich" schwächen die Aussage. Die Analyse zählt und markiert solche Füllwörter, damit Sie sie gezielt reduzieren können.
Tipps für bessere Lesbarkeit
Verständliche Texte folgen einigen bewährten Prinzipien der Klarsprache (Plain Language):
- Kurze Sätze: Maximal einen Hauptgedanken pro Satz. Verschachtelte Nebensatz-Konstruktionen aufteilen.
- Aktiv statt passiv: „Der Kunde erhält eine Bestätigung" statt „Eine Bestätigung wird dem Kunden zugesandt".
- Verb statt Nominalstil: „überprüfen" statt „eine Überprüfung durchführen". Der Nominalstil (Substantivierung von Verben) ist der häufigste Lesbarkeits-Killer in deutschen Texten.
- Fachbegriffe erklären: Beim ersten Auftreten in Klammern oder als kurze Erläuterung. Nicht jeder Leser kennt „KPI", „ROI" oder „Compliance".
- Absätze strukturieren: 3–5 Sätze pro Absatz, jeweils mit einem klaren Thema. Zwischenüberschriften (H2, H3) alle 150–300 Wörter erleichtern das Scannen am Bildschirm erheblich.
Zielwerte für verschiedene Textarten
Webseitentexte und Blogbeiträge sollten einen Flesch-Wert von 60–70 anstreben, Produktbeschreibungen 65–80, wissenschaftliche Abstracts 30–50 und Pressemitteilungen 50–65. Es gilt: Schreiben Sie so einfach wie möglich und so komplex wie nötig — die Textanalyse gibt Ihnen objektives Feedback, ob Sie die richtige Balance getroffen haben.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Textanalyse?
Geben Sie Ihren Text in das Eingabefeld ein oder fügen Sie ihn ein. Die Analyse erfolgt sofort und zeigt Ihnen Zeichenanzahl, Wörter, Sätze, Absätze, Lesezeit, Lesbarkeit und vieles mehr — alles in Echtzeit.
Was ist der Flesch-Amstad-Index?
Der Flesch-Amstad-Index (auch Flesch Reading Ease für Deutsch) misst die Lesbarkeit eines Textes. Er basiert auf der durchschnittlichen Satzlänge und der durchschnittlichen Silbenzahl pro Wort. Ein Wert über 70 gilt als leicht verständlich, unter 30 als sehr schwer.
Wie wird die Lesezeit berechnet?
Die Lesezeit basiert auf einer durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit von 250 Wörtern pro Minute. Die Sprechzeit wird mit 150 Wörtern pro Minute berechnet — das entspricht einem normalen Vortragstempo.
Was sind Stoppwörter?
Stoppwörter sind häufig vorkommende Wörter wie "der", "die", "das", "und", "in" usw. Sie werden bei der Wortfrequenz-Analyse ausgeblendet, da sie keine inhaltliche Bedeutung tragen.
Wie wird die Seitenzahl berechnet?
Die Seitenanzahl wird nach DIN-A4-Standard berechnet: ca. 1.800 Zeichen pro Seite (inklusive Leerzeichen). Dies entspricht einer Standardseite mit Schriftgröße 12 und normalem Zeilenabstand.
Werden meine Daten gespeichert?
Nein. Die gesamte Textanalyse läuft ausschließlich in Ihrem Browser. Kein Text wird an einen Server gesendet oder gespeichert. Ihre Daten bleiben vollständig privat.
Funktioniert das Tool auch mit anderen Sprachen?
Die grundlegenden Statistiken (Zeichen, Wörter, Sätze) funktionieren mit allen Sprachen. Der Flesch-Amstad-Index und die Silbenzählung sind jedoch speziell für die deutsche Sprache optimiert.